Nebel

Faszination Deep-Sky

 

Der Orionnebel (M42) Der Orionnebel (M42) Die beobachtbaren Nebelobjekte bestehen aus großen Mengen Gas oder Staub und befinden sich weit außerhalb unseres Sonnensystems in den „Tiefen des Alls“. Aufgrund dieser Entfernung zählen sie zu den Deep-Sky Objekten (englisch für „tiefer Himmel“ oder auch „weiter Raum“).

Sie befinden sich aber noch innerhalb unserer Milchstraße, der Galaxis und werden deshalb auch als „Galaktische Nebel“ bezeichnet. Die „Planetarischen Nebel“ bilden eine separate Gruppe, befinden sich aber ebenfalls in unserer Milchstraße.


Lichtsammeln mit großer Öffnung


Aufgrund der großen Entfernungen von mehreren Tausend Lichtjahren sind die Objekte oft bereits sehr lichtschwach und erfordern je nach Objekt ein größeres Teleskop und mehr Beobachtungs- und Aufsucherfahrung als beispielsweise für Mond und Planeten notwendig sind. Für viele Hobbyastronomen stellen Deep-Sky Objekte wegen dieser besonderen Herausforderung, aber auch aufgrund der besonderen Schönheit eine spezielle Faszination dar.

Nebelobjekte zeichnen sich durch ihre vielfältige Erscheinung und durch die Farbgebung aus. Letztere ist allerdings nur fotografisch zu erfassen, da bei visueller Astronomie die Nebelobjekte grau (in wenigen Ausnahmefällen ggf. leicht grünlich) bleiben. Im Teleskop können bei intensiver Beobachtung feine Strukturen erkannt werden. Durch den Einsatz von Nebelfiltern lassen sich bestimmte Wellenlängen des Lichts herausfiltern und in der Wahrnehmung verstärken. Je nach Zusammensetzung des Nebels werden aus diesem Grunde verschiedene Filtertypen gebraucht. Eine gewisse technische Faszination auf der Suche nach dem optimalen Filter begleitet deshalb oft die Beobachtung.

Nebeltypen

Eine Unterscheidung wird nach der Art der Wahrnehmung vorgenommen:

Emissionsnebel senden selbst Licht aus. Als Energiequelle dienen benachbarte Sterne, dessen ultraviolette Strahlung die Gaswolke des Nebels ionisiert und zum Leuchten anregt. Das häufigste Element im Universum ist Wasserstoff. Die meisten Nebel bestehen zum größten Teil aus diesem Gas und werden als HII-Region bezeichnet, wenn es sich um ionisierten Wasserstoff handelt. In diesen Gebieten können auch neue Sterne entstehen und beobachtet werden.

Weiterhin gibt es mit den Planetarischen Nebeln und den Supernovaresten noch zwei besondere Formen selbst leuchtender Nebel:

Der Helixnebel (NGC 7293) ist ein Planetarischer NebelDer Helixnebel (NGC 7293) ist ein Planetarischer NebelPlanetarische Nebel sind Gaswolken, die von einem Stern abgestoßen wurden. Es ist die äußere Gashülle, die sich vom Stern bei seiner Pulsation abgelöst hat, wenn sein Kernbrennstoff zu Ende geht. Häufig entsteht deshalb eine runde Nebelform, woran der Name dieser Nebel angelehnt ist. Im Zentrum kann gelegentlich der Zentralstern als Quelle des Nebels beobachtet werden.

Supernovareste bestehen aus einem Gasgemisch, welches nach der Explosion eines Sterns übriggeblieben ist. In der Gaswolke sind auch schwere Elemente wie Sauerstoff enthalten, die bei der Kernfusion entstanden sind. Ihre Form kann unregelmäßig sein und es sind meist feine Strukturen erkennbar. Auf Astrofotografien zeigen sie sich durch die verschiedenen Elemente reich an Farben.


Reflexionsnebel reflektieren das Licht benachbarter Sterne und werden dadurch sichtbar. Sie bestehen aus Staubpartikeln und leuchten nicht selbst. Da es sich um das Licht der umgebenen Sterne in einem breiten Spektrum handelt, sind Nebelfilter nicht immer hilfreich, denn die Lichtmenge dieser Nebelart wird durch Filter im Teleskop reduziert. Der Gesamteindruck kann sich jedoch auch bei der Verwendung von Breitbandfiltern verbessern. Diese werden je nach Hersteller auch als Stadtlicht- oder Kontrastfilter bezeichnet.

Dunkelnebel sind im eigentlichen Sinne gar nicht sichtbar, denn sie senden kein Licht aus. Diese Gas- oder Staubwolken werden nicht durch Sterne zum Leuchten angeregt und sind nur als „Schatten“ erkennbar, wenn sie Licht aus ihrem Hintergrund verdecken. Dann sind sie als „Loch“ in der Milchstraße zu erkennen und können als sternlose Form wahrgenommen werden.

Beobachtung von Nebeln

NGC 7000: Der Nordamerikanebel ähnelt in seiner Form dem nordamerikanischen KontinentNGC 7000: Der Nordamerikanebel ähnelt in seiner Form dem nordamerikanischen KontinentEin auffälliger Nebel ist M42 (Orionnebel). Dieser vergleichsweise helle Emissionsnebel ist mit allen Optiken und gelegentlich mit bloßem Auge am Winterhimmel erkennbar. Auch sehr großflächige Nebel können mit Teleskopen beobachtet werden, wie NGC 7000, der Nordamerikanebel. Eine niedrige Vergrößerung ist bei diesen Objekten sinnvoll, um die gesamte Fläche überblicken zu können und möglichst viel Licht einzufangen.

Bei fast allen Nebeln ist wegen ihrer geringen Helligkeit ein dunkler Himmel notwendig. Der aufgehellter Himmel in Stadtgebieten sorgt für einen geringen Unterschied zur Helligkeit der Objekte und kann aufgrund des geringen Kontrastes eine Beobachtung erschweren oder unmöglich machen. Auch viele Details können verloren gehen, obwohl der Nebel sichtbar ist.


Als Dunkelnebel kann der E-Nebel im Sternbild Adler (Barnard 142-3) bereits in kleinen Teleskopen als C- oder E-förmiges Objekt bei guten Bedingungen beobachtet werden. Ein bekannter Dunkelnebel ist auch der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion. Seine Beobachtung ist jedoch schwierig, da er verhältnismäßig klein ist. Um die Pferdeform zu erkennen wird ein größeres Teleskop benötigt.

M57 (Ringnebel) im Sternbild Leier ist ein planetarischer Nebel, der leicht beobachtbar ist. Da diese Nebelart eher klein ausfällt, ist nach dem Aufsuchen eine mittlere bis hohe Vergrößerung zur Beobachtung angebracht. Dann ist auch der „Rauchring“ als äußerer Rand des Nebels erkennbar.

Ein bekannter Supernovarest ist M1 (Krebsnebel) im Sternbild Stier oder NGC 6992/5 (Cirrusnebel) im Sternbild Schwan. Beide erfordern gute Beobachtungsbedingungen und eine größere Teleskopöffnung. Der Supernovarest im Sternbild Schwan ist sehr groß und in verschiedene Katalognummern unterteilt.