Beobachtungsobjekte

Was kann mit einem Teleskop beobachtet werden?

Unsere Milchstraße: Heimat vieler Beobachtungsziele Unsere Milchstraße: Heimat vieler Beobachtungsziele
Die Milchstraße als unsere Heimatgalaxie besteht aus mehr als 100 Milliarden Sternen und bietet eine unglaublich Anzahl von Beobachtungszielen, von denen selbst mit kleineren Teleskopen bereits Hunderte gesehen werden können.

Mit Ausnahme von weiteren Galaxien und Quasaren befinden sich alle am Himmel sichtbaren Sterne und viele weitere Objekte allein in unserer Galaxis. Zur Zeit können
mit professionellen Mitteln etwa weitere 50 Milliarden Galaxien erfasst werden, es werden sogar 100 Milliarden Galaxien erwartet. Davon stellen viele Tausende Galaxien zusammen mit den Quasaren je nach Teleskopleistung auch für Hobbyastronomen erreichbare Ziele dar.


Sternbilder

Sternmuster als Beobachtungsziele

 

Sternbild Orion und Stier mit PlejadenSternbild Orion und Stier mit Plejaden

Das einfachste Beobachtungsziel neben dem Mond sind die Sternbilder. Dies sind von Astronomen festgelegte Gruppen von Sternen, aus deren Muster oder gedachten Verbindungslinien eine Figur entsteht.
 

Wie beobachten?

Um sie zu beobachten, genügen ein klarer Himmel und ein Blick nach oben. Ein besonders dunkler Himmel ist nicht unbedingt notwendig, da die Sternbilder in der Regel aus hellen, auffälligen Sternen bestehen. Schwach leuchtende Sterne kleiner Sternbilder, wie beispielweise Coma Berenices (Haar der Berenike) gehen allerdings manchmal im Stadtlicht unter. Zur Beobachtung ist dann ein Landhimmel günstiger.

 

Namensherkunft


Es gibt 88 Sternbilder, von denen auf unserer Nordhalbkugel der Erde knapp die Hälfe zumindest teilweise sichtbar sind. Der Rest liegt dauerhaft unter dem Horizont und wird erst bei Reisen in den Süden sichtbar. Ihren Namen haben die Sternenformationen von Dingen oder Sagengestalten, mit denen der Umriss ihrer Verbindungslinien Ähnlichkeit hat.


Die auffälligsten Strukturen stammen hauptsächlich aus dem Altertum, aber auch technische Geräte aus der Zeit ihrer Benennung sind zu finden (Luftpumpe, Kompass, Mikroskop).






Doppelsterne

Umkreisende Sonnen

 

Visuelles Doppelsternsystem mit unterschiedlichen Komponenten Visuelles Doppelsternsystem mit unterschiedlichen Komponenten Zur Beobachtung von Doppelsternen ist mindestens ein Fernglas notwendig. Obwohl es auch hier eine Ausnahme gibt: Der Stern „Mizar“ im Sternbild Großer Wagen (oder: Große Bärin) ist schon freisichtig, also mit bloßem Auge, in seine zweite Komponente „Alkor“ zu trennen. Dies erfordert allerdings einen genauen Blick und gute Augen. Dieser Doppelstern trägt deshalb auch den Beinamen „Augenprüfer“.

Visuelle Sternsysteme


Es gibt Doppelsternsysteme, bei denen sich zwei, drei oder noch mehr Sonnen gegenseitig umkreisen. Sie binden sich durch die eigene Anziehungskraft aneinander und man nennt sie „visuelle Doppelsterne“. Diese Sterne sind gleichzeitig bei der Verdichtung einer Materiewolke entstanden und recht häufig anzutreffen: Etwa die Hälfte aller Sonnensysteme haben mehr als einen Zentralstern. Allerdings sind nicht immer alle Komponenten sichtbar oder aufgrund ihrer großen Entfernung nicht trennbar. In diesem Fall sind sie im Teleskop nur als Einzelstern sichtbar.


Weitere Arten von Doppelsternen


Sogenannte „optische Doppelsterne“ haben keinen physischen Zusammenhang. Diese Sterne stehen zufällig hintereinander im gleichen Blickwinkel von uns aus gesehen und befinden sich in großer Entfernung zueinander. Weiterhin kennen Astronomen noch astrometrische und spektroskopische Doppelsterne. Zur Erkennung dieser nicht im Teleskop trennbaren Doppelsterne gibt es verschiedene Methoden:

Astrometrische Doppelsterne erkennt man anhand der Taumelbewegungen durch den Einfluss der Anziehungskraft des unsichtbaren Begleiters. Sind im Licht eines Sterns zwei Spektren erkennbar, die durch den Dopplereffekt eine Rotverschiebung zeigen, handelt es sich um einen spektroskopischen Doppelstern.

Eine weitere Gruppe sind die bedeckungsveränderlichen Doppelsterne. Sie weisen eine schwankende Helligkeit auf, je nachdem ob der Begleitstern vor oder hinter ihnen vorbeizieht.

Interessante Beobachtungsmöglichkeiten


Für Hobbyastronomen sind Doppelsterne aufgrund des unterschiedlichen Farbkontrastes, wie beispielsweise Gamma Andromedae (Alnitak), interessant. Die Auflösung in einzelne Komponenten kann aber auch einen sportlichen Anreiz darstellen und sowohl die Leistung des Teleskops und des Beobachters testen. Ein interessantes Objekt ist beispielsweise das Vierfachsystem Epsilon Lyrae (Sternbild Leier). Die beiden Komponenten können in jeweils eine weitere Komponente aufgelöst werden.






Kugelsternhaufen

Kugeln aus Millionen von Sternen


Kugelsternhaufen M15 im Sternbild Pegasus Kugelsternhaufen M15 im Sternbild Pegasus Kugelsternhaufen sind dichte Ansammlungen von Sternen, welche unter dem gegenseitigen Einfluss der Schwerkraft eine Kugelform gebildet haben. Sie bestehen je nach Größe aus Hunderttausenden oder Millionen von Sternen. Sehr bekannt und leicht zu beobachten ist der Herkuleshaufen (M13). Für ihn ist unter sehr dunklem Himmel bereits das bloße Auge oder ansonsten ein Fernglas ausreichend.

Wo befinden sich Kugelsternhaufen?


Fast alle mit kleinen und mittleren Teleskopen beobachtbaren Kugelsternhaufen befinden sich in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Die meisten Kugelsternhaufen anderer Galaxien sind für Beobachtungen im genannten Hobbybereich zu lichtschwach und erfordern mehr Öffnung. Die Andromedagalaxie (M31) bildet als unsere Nachbargalaxie eine der Ausnahmen, doch zur Beobachtung des Kugelsternhaufens G1 ist bereits ein größeres Teleskop und dunkler Himmel notwendig. Ein ebenfalls weit entfernter, jedoch noch zur Milchstraße gehörender Kugelsternhaufen ist NGC 2419 mit dem Beinamen „Intergalaktischer Wanderer“. Er befindet sich im Sternbild Luchs und ist mit Amateurmitteln durchaus beobachtbar. Die beiden Messier-Objekte M54 und M79 zählen zu den extragalaktischen Kugelsternhaufen. Sie gehören zu benachbarten Zwerggalaxien der Milchstraße und sind bereits mit kleinen Instrumenten zu beobachten.

Erscheinungsbild


Die helleren Kugelsternhaufen sind im Fernglas oder Teleskopsucher als neblige oder milchige Flecken erkennbar, deren Helligkeit zum Rand hin abnimmt. Der gelegentlich anzutreffende Vergleich mit „Wattebäuschchen“ beschreibt den Anblick ganz gut. Um Details zu erkennen und den „Wattebausch“ möglichst weit in Einzelsterne aufzulösen, ist ein Telekop mit einer förderlichen Vergrößerung (etwa 0,7 mm Austrittspupille) angebracht. Das Auflösungsvermögen steigt mit der Größe der Öffnung des Teleskops.

Oft sind besondere Strukturen oder bizarre Muster zu entdecken, wie beispielsweise in M13. Hierzu ist allerdings Geduld und intensive Beobachtung gefragt.