Planeten

Abwechslungsreiche Erscheinungen im Sonnensystem


Die acht Planeten unseres Sonnensystems im Größenvergleich Die acht Planeten unseres Sonnensystems im Größenvergleich Wenn sich eine Materiewolke zu einem neuen Stern verdichtet, bilden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in der rotierenden Wolke Wirbel, die sich unter der entstehenden eigenen Schwerkraft weiter verdichten.

Ist genug Masse vorhanden, bildet sich aus der Materie eine Kugelform und ein Planet auf Umlaufbahn um den Zentralstern ist entstanden. Es gibt viele solcher Sonnensysteme mit einem oder mehreren Planeten. Theoretisch könnte jeder am Himmel sichtbarer Stern über ein Planetensystem verfügen.

Für die Beobachtung mit Amateurteleskopen sind sogenannte Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, jedoch viel zu lichtschwach. Trotzdem ist der Nachweis Tausender fremder Planeten gelungen: Hierzu wird beispielsweise die minimale Sternverdunklung ermittelt, wenn ein Planet vor ihm vorbeizieht und erlaubt so Rückschlüsse auf dessen Umlaufbahn. Neben anderen Nachweismethoden ist selten sogar die direkte Beobachtung mit Weltraumteleskopen möglich. Für Hobbyastronomen sind die Planeten unseres eigenen Sonnensystems beobachtbar.

Merkur und Venus


Die Planeten Merkur und Venus, also die inneren Nachbarplaneten zwischen Sonne und Erde, sind aufgrund unseres Blickwinkels immer in Sonnenrichtung vor Sonnenauf- bzw. nach Sonnenuntergang zu sehen. Die Beobachtung von Merkur ist aus diesem Grunde schwierig: Da er nahe bei der Sonne steht, ist er nur wenige Tage im Jahr in der Dämmerung beobachtbar und steht tief am Himmel. Eine freie Horizontsicht ist deshalb Voraussetzung.

Konjunktion und Opposition Konjunktion und Opposition Ein günstiger Zeitpunkt ist während der Elongation, also dem größten Winkelabstand von der Sonne. Achtung: Es darf auf keinen Fall unbeabsichtigt in die Sonne geblickt werden (!), da die Augen erheblichen Schaden nehmen können und sogar Erblindungsgefahr besteht. Die Beobachtung darf deshalb nur vorgenommen werden, solange sich die Sonne vollständig unter dem Horizont befindet.

Venus ist als sehr heller Stern leicht freisichtig auszumachen. Im Teleskop zeigt sich der Planet in verschiedenen Phasen, je nach seiner Position. Aufgrund seiner Helligkeit kann je nach Teleskopöffnung bereits ein Neutralfilter zur Lichtdämpfung verwendet werden.

Mars, Jupiter und Saturn


Die äußeren Nachbarplaneten Mars, Jupiter und Saturn sind bei günstigen Konstellationen über die ganze Nacht beobachtbar. Sie befinden sich in der Nähe der Ekliptik, der scheinbaren Bahn der Sonne am Himmel. Die beste Beobachtungszeit ist während der Opposition, wenn der Planet nahe bei der Erde steht. Er erscheint dann größer und es sind mehr Details erkennbar.

Mars ist als roter Planet im Teleskop erkennbar und zeigt helle und dunkle Gebiete auf seiner Oberfläche. Auch sind die Polkappen als helle Flächen erkennbar.

Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems und die Oberfläche bietet viele interessante Strukturen. Es sind Bänder unterschiedlicher Färbung erkennbar und der „Große Rote Fleck“ ist zu sehen.

Durch seine schnelle Rotation ist der Gasriese an den Polen etwas abgeflacht. Die vier galileischen Monde (Io, Europa, Ganymed, Kallisto) sind als helle Punkte um den Planeten erkennbar und verändern im Laufe von wenigen Stunden erkennbar ihre Position. Es sind auch Durchgänge der Monde vor und hinter Jupiter beobachtbar.


Spektakuläres Beobachtungsobjekt: Planet Saturn mit seinem RingsystemSpektakuläres Beobachtungsobjekt: Planet Saturn mit seinem RingsystemSaturn ist durch sein Ringsystem der wohl auffälligste und bekannteste Planet unseres Sonnensystems. Der Betrachtungswinkel des Ringsystems verändert sich durch den Umlauf des Planeten. Er kehrt alle 29,5 Jahre zur Ausgangsposition zurück. Eine günstige Position ist ein möglichst großer Winkel des Ringsystems von der sogenannten „Kantenstellung“ entfernt. Bei der Kantenstellung blickt der Beobachter genau von der Seite auf das Ringsystem und kann kaum etwas erkennen. Bei der maximalen Neigung von knapp 27° ist die Sicht am besten.

Dies ist ca. alle 15 Jahre der Fall bzw. das nächste mal im Jahr 2024. Bereits mit einem kleinen Teleskop ist das Ringsystem sichtbar. Bei etwa 100-facher Vergrößerung zeigen sich die Teilungen des Ringsystems. Es gibt einen äußeren und inneren Ring, der von einem dunklen Bereich, der Cassini-Teilung, getrennt wird. Auch der Abstand des Ringsystems zum Planeten und sein Schattenwurf ist erkennbar.

Uranus, Neptun und Pluto


Die Planeten Uranus, Neptun und der Zwergplanet Pluto sind ebenfalls beobachtbar. Sie stellen jedoch aufgrund der größeren Entfernung von der Erde, ihrer geringen Helligkeit und des kleinen scheinbaren Durchmessers eher schwierige Ziele dar und sind nicht so auffällig und detailreich wie andere Objekte. Uranus und Neptun erscheinen etwa 15-fach kleiner als Jupiter und stellen sich in einem Teleskop als blasse türkisblaue Scheibe dar. Für das Auffinden ist eine Aufsuchkarte oder ein Planetariumprogramm hilfreich.

Pluto ist für kleinere Teleskope zu lichtschwach. Zur Beobachtung ist eine Öffnung von mindestens 200 mm zu empfehlen, aber auch hier bleibt Pluto aufgrund seiner Größe unterhalb des Auflösungsvermögens der Teleskope nur ein Lichtpunkt.

Die Planeten Merkus, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und eventuell noch Uranus sind freisichtig, also mit bloßem Auge, als punktförmiges Objekt am Himmel erkennbar. Fortgeschrittene Beobachter verwenden bei der Betrachtung mit dem Teleskop auch Farbfilter, um den Kontrast zu erhöhen und so mehr Details der Planetenoberfläche erkennbar zu machen. Dies ist jedoch für Beobachtungen nicht zwingend erforderlich.