Tutorial Beobachtungsbeginn

Das Teleskop betriebsbereit machen


Der Himmel ist wolkenlos und der Wetterbericht für die Nacht sieht gut aus. Die Ausrüstung befindet sich in handlichen Teilen am Beobachtungsplatz, da ein Transport so einfacher ist. Die folgenden Schritte sind jetzt notwendig, um das Teleskop betriebsbereit zu machen:


Stativ aufstellen

Das Stativ sorgt für den festen Stand des Teleskops

 

Das Stativ trägt die Montierung und das TeleskopDas Stativ trägt die Montierung und das TeleskopDer erste Schritt ist das Aufstellen des Stativs. In diesem Beispiel wird eine parallaktische Montierung aufgebaut. Das Stativ verfügt über einen Dorn an der Nordmarkierung, mit welcher es in Richtung Norden aufgestellt wird. Dies kann mit Hilfe eines Kompasses erfolgen oder auch zunächst grob ausgerichtet werden.

Höhe einstellen


Die Höhe der späteren Beobachtungsposition kann anhand der Auszugslänge der Stativbeine eingestellt werden. Um die Windanfälligkeit möglichst gering zu halten, sollten die Beine möglichst wenig ausgefahren und im Sitzen beobachtet werden. An einem windgeschützten Beobachtungsort oder bei wenig Wind kann die maximale Länge genutzt werden, falls eine höhere Position aufgrund der Körpergröße des Beobachters oder der Einblickposition des Teleskops bevorzugt wird.


 


Montierung anbringen

Die Montierung ermöglicht die Teleskopbewegung

 

Durch die Montierung lässt sich das Teleskop in die gewünschte Richtung schwenkenDurch die Montierung lässt sich das Teleskop in die gewünschte Richtung schwenkenDie Montierung wird jetzt mit dem Stativkopf verbunden. Der Dorn wird dabei in die Aufnahmevorrichtung an der Unterseite der Montierung gesetzt. Unter dem Stativkopf befindet sich eine Schraube. Diese wird in das Gewinde an der Montierungsunterseite gedreht, um die beiden Teile miteinander zu verbinden.

 

Geraden Stand einstellen


Mit der eingebauten Libelle, einer Wasserwaage für alle Richtungen, wird der gerade Stand überprüft und eingestellt. Dies ist wichtig, damit die genaue Nachführung des Teleskops funktioniert. Durch die vorsichtige Änderung einer Beinlänge des Stativs wird der Stand korrigiert, bis die Luftblase der Libelle genau im Zentrum des Kreises steht.


Die Libelle zeigt die Neigung des Stativs anDie Libelle zeigt die Neigung des Stativs anDas Teleskop steht gerade, wenn die Luftblase zentriert istDas Teleskop steht gerade, wenn die Luftblase zentriert ist


 



Teleskoptubus aufsetzen

Der Teleskoptubus wird auf die Montierung gesetzt

 

Der Teleskoptubus wird mit der Montierung verbundenDer Teleskoptubus wird mit der Montierung verbundenWenn alles sicher steht, wird der Tubus mit der Montierung verbunden. Hierzu wird üblicherweise eine mit dem Tubus verbundene Prismenschiene in die Aufnahmevorrichtung mit Haupt- und Sicherungsschraube der Montierung geklemmt.

 

Balance prüfen


Die Montage des Teleskops ist jetzt abgeschlossen. Je nach Ausstattung des Beobachters können noch Zubehörteile hinzukommen, die das Tubusgewicht beeinflussen. Die vier Freiheitsgrade einer parallaktischen Montierung, Bild von Kapege.de (Eigenes Werk) Lizenz: [url=http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5]CreativeCommons CC-BY-SA-2.5[/url]Die vier Freiheitsgrade einer parallaktischen Montierung, Bild von Kapege.de (Eigenes Werk) Lizenz: CreativeCommons CC-BY-SA-2.5Dies kann auch ein besonders schweres Okular sein. Falls vorhanden, werden diese noch angebracht, um die Balance zu prüfen und einzustellen.

Hierzu wird die Klemme der Deklinationsachse vorsichtig gelöst. Bewegt sich der Tubus von allein, kann er bei leicht gelösten Rohrschellen verschoben werden, bis der Schwerpunkt mittig ist. Auch bei gelöster Klemme der Rektaszensionsachse wird die Balance auf diese Weise geprüft. Durch das Verschieben der Gegengewichte wird auch hier der mittige Schwerpunkt eingestellt.

 

Teleskop ausrichten


Das Teleskop wird für die korrekte Funktion der Nachführung noch einmal genau nach Norden ausgerichtet.
Anhand der Azimutschrauben kann die Montierung in der horizontalen Ebene korrigiert werden. Die Polhöhe sollte bereits vorher in der Wohnung auf den Breitengrad des Beobachtungsortes eingestellt worden sein, damit jetzt nur noch kleine Korrekturen vorgenommen werden müssen. Durch den Blick auf den Polarstern kann die Nordrichtung eingestellt werden. Hierzu kann das bereits justierte Sucherfernrohr oder ein Polsucher verwendet werden.


Im Video wird das Einstellen der Polhöhe, die Prüfung der
Balance und die Ausrichtung des Teleskops noch einmal ausführlich erklärt:





 



Teleskopzubehör anbringen

Weitere Teleskopausstattung aufbauen

 

Für den Aufbau und die Einstellung des Teleskops werden etwa 10 bis 15 Minuten Zeit benötigt. Bis zum Beginn der Beobachtung muss sich das Teleskop jetzt noch an die Umgebungstemperatur anpassen, damit kein Tubusseeing vorhanden ist (Schlierenbildung durch unterschiedlich warme Luftschichten im Tubus) und später die Justage vorgenommen werden kann, wenn keine Temperaturspannung in den Bauteilen vorliegt. Ein Linsenteleskop ist in diesen Punkten durch den geschlossenen Tubus weniger empfindlich.

 

Arbeit in der Dunkelheit

 

rot = Zapfen (Tagsehen / Farbe) blau = Stäbchen (Nachtsehen / Monochrom)rot = Zapfen (Tagsehen / Farbe) blau = Stäbchen (Nachtsehen / Monochrom)

Je nach Jahreszeit wird der Aufbau des Teleskops gelegentlich bei vollständiger Dunkelheit stattfinden. Der Aufbau des Teleskops sollte aus diesem Grund öfter in der Wohnung probiert werden, damit später jeder Handgriff auch im Dunkeln gelingt. Auch die Dunkeladaption der Augen benötigt bis zum Abschluss etwa eine halbe Stunde Zeit. Spätestens ab der Tubusmontage sollte deshalb auf jegliche Beleuchtung verzichtet werden.

 

Das Teleskop auskühlen

 

Der Motorantrieb wird mit der Welle der Rektaszensionsachse verbundenDer Motorantrieb wird mit der Welle der Rektaszensionsachse verbundenEin Spiegelteleskop benötigt je nach Material des Spiegels und dem vorliegenden Temperaturunterschied weitere 20 bis 50 Minuten Auskühlzeit. Mit dem Aufbau von weiterer Teleskopausstattung oder der Platzierung von Okularen, Filtern oder Karten kann die Zeit sinnvoll genutzt werden.

Die ungefähr erforderliche Auskühlzeit kann auch mit einem Computerprogramm errechnet werden. Am späteren Seeingtest im Okular kann auch der Auskühlvorgang überprüft werden.

 

Zeit für weiteres Zubehör nutzen

 

Die Motorsteuerung und die Energieversorgung wird angeschlossenDie Motorsteuerung und die Energieversorgung wird angeschlossen

Falls ein Nachführmotor vorhanden ist, kann dieser inzwischen angeschlossen und mit der Motorsteuerung verbunden werden. Hierzu wird die aufgesteckte Verbindungskupplung zum Feintrieb der Rektaszensionsachse festgezogen und eventuell die biegsame Welle auf der anderen Seite entfernt, damit der Motor nicht durch ihre versehentliche Betätigung beschädigt wird.

Auch ohne Astrofotografie ist die automatische Nachführung für die visuelle Nutzung interessant, da das einmal im Okular eingestellte Objekt in der Mitte des Gesichtsfeldes bleibt und bequem beobachtet oder gezeichnet werden kann.

Auch die Okulare könnten inzwischen auf einer geeigneten Ablagefläche vorbereitet werden: Da die Beobachtung bei Dunkelheit stattfindet, können die vorgesehenen Okulare ausgepackt und nach Brennweite sortiert aufgestellt werden, damit sie auch ohne Rotlicht gefunden werden. Die augenseitige Abdeckkappe sollte erst direkt vor der Benutzung des Okulars abgenommen werden, um es vor Schmutz oder Taubeschlag zu schützen. Eventuell vorhandene Filter können bereitgelegt, aber zum Schutz in der Transportdose belassen werden.

 

 

 

 

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