Galaxien

100 Milliarden weitere Milchstraßen

Die Feuerradgalaxie M101 ist in der Draufsicht zu sehen Die Feuerradgalaxie M101 ist in der Draufsicht zu sehen Außerhalb unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, befinden sich viele weitere Galaxien im Weltraum. Sie bestehen aus vielen Millionen bis Milliarden Einzelsternen, Nebeln und Sternenhaufen wie in unserer eigenen Galaxie. Die große Entfernung lässt dies alles jedoch zu nebligen Objekte verschwimmen. Daher stammt auch die Bezeichnung „Andromedanebel“ für M31 oder „Dreiecksnebel“ für M33, aus der Zeit ihrer Entdeckung. Anfangs vermutete man diese „Nebel“ noch innerhalb unserer Milchstraße.

Galaxien zählen ebenfalls zu den Deep-Sky Objekten und sind sehr viel weiter entfernt als alle bisher genannten Objekte. Die Andromedagalaxie (M31) ist von uns aus gesehen die nächste Galaxie und bereits 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Sie erlaubt aber die Beobachtung von Details, wie einem Kugelsternhaufen. Das Licht, welches wir heute von M31 sehen können wurde bereits ausgesandt, als es noch keine modernen Menschen auf der Erde gab.

Unsere Milchstraße hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren und es wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass dies unser ganzes Universum ausmacht. Erst mit dem Nachweis, das die Andromedagalaxie außerhalb der Milchstraße liegt, erweiterte sich die Vorstellung von der wahren Große des Universums. Wahrscheinlich gibt es bis zu 100 Milliarden weitere Galaxien, die sich durch ihre gegenseitige Anziehungskraft zu Galaxienhaufen (Cluster) verbinden können. Der Virgohaufen im Sternbild Jungfrau ist besonders für die zahlreiche Beobachtung von Galaxien geeignet.


Klassifikation von Galaxien

 

NGC 4565 im Sternbild Haar der Berenike zeigt sich als edge-on GalaxieNGC 4565 im Sternbild Haar der Berenike zeigt sich als edge-on GalaxieDas Erscheinungsbild von Galaxien kann elliptisch, spiralförmig oder irregulär sein und ist auch abhängig von unserem Betrachtungswinkel. Manche Galaxien zeigen sich uns genau von der Seite (edge-on) und erscheinen dann als schmale Nadel, die manchmal die Beobachtung von Staubbändern zulässt. Zeigt sich die Galaxie von oben (face-on), so kann die volle Gestalt beobachtet werden. Häufig ist dies eine Spiralform. Die wahre Größe und die Details können allerdings am besten auf Astrofotografien erkannt werden.


Wechselwirkende Galaxien

 

Gelegentlich kann auch die gravitative Wechselwirkung zwischen zwei Galaxien beobachtet werden. Am Beipiel von M51 (Strudelgalaxie) kann die Verschmelzung von zwei Galaxien beobachtet werden. Auch die Andromedagalaxie wird mit der Milchstraße in weit entfernter Zukunft verschmelzen. Die beiden Galaxien bewegen sich auf einander zu und werden sich in ca. 5 Milliarden Jahren begegnen.


Faszinierende Beobachtung

 

Die Strudelgalaxie M51 mit dem wechselwirkenden Begleiter NGC 5195Die Strudelgalaxie M51 mit dem wechselwirkenden Begleiter NGC 5195Die Faszination an Galaxien liegt neben der vielfältigen Erscheinung sicherlich auch in dem Bewusstsein, riesige Sterneninseln in unerreichbarer Entfernung zu beobachten. Viele Galaxien lassen sich bereits mit kleinen Teleskopen und bei nicht idealen Bedingungen erfassen. Um die volle Erscheinung sehen zu können, ist allerdings ein dunkler Himmel Voraussetzung. Nebelfilter sind zur Beobachtungsverbesserung nicht zu empfehlen, da Galaxien Sternenlicht aussenden und dies ebenfalls abgedunkelt werden würde. In Ausnahmefällen kann als Kompromiss ein Breitbandfilter helfen, das Störlicht zu reduzieren und den visuellen Eindruck zu verbessern.